Sexpraktiken - Sexualpraktiken


Als Sexpraktiken (sexuelle Praktiken) werden alle Tätigkeiten genannt, die subjektiv dem Erreichen der Lust auf Sex dienen und die sexuelle Befriedigung bezwecken (früher als Sexlust bezeichnet).

Darunter fallen nicht nur augenscheinliche sexuelle Tätigkeiten, wie die Manipulation der Geschlechtsteile, sondern alles, was für die Parteien sexuell erregend ist. Viele dieser Praktiken können daher auch in nicht sexuellen Zusammenhang stehen (zum Beispiel das Küssen).

Sexpraktiken bei Tieren


Sieht man die ganze Klasse der Säugetiere, ist wohl die meiste Sexpraktik der vaginale Sex in der Hündchenstellung und im weiteren Sinne Balzrituale, also Praktiken der Fortpflanzung. Forscher der Evolution bewerten die selten gesehne Missionarsstellung (Face to Face) zum Teil als progressives Besonderheit, da sich bei der Zuwendung der Gesichter besser die Emotionen des Sexpartners sehen lassen und entsprechende Reaktionen denkbar sind. Die Missionarsstellung findet sich manchmal auch im Tierreich bei den Hominiden, besonders unter den Bonobos.

Oft kommt bei Säugetieren ein oraler Kontakt mit Geschlechtsteilen und Arsch vor. Biologen haben zudem ein gewisses Maß an homosexueller Tätigkeiten bei allen gesehenen verschiedener geschlechtlicher Arten festgestellt, ab und zu als Ersatztätigkeit bei Mangel an paarungswilligen Individuen. So versuchen sich paarungswillige Stiere bei Mangel an Kühen zuweilen einander zu besteigen. Bei bestimmten Arten der Affen ist die eigene und gegenseitige Erregung der Geschlechtsteile normal – unabhängig, ob das andere Tier anders- oder gleichgeschlechtlich ist, etwa bei den Bonobos. Es gibt mittlerweile viele Sichtungen und Nachweise darüber, dass das Sexleben bei vielen Tieren äußerst kreative Bereiche hat, mitunter kurios anmutende: so die nasale Penetration bei Delphinen oder bei der Vogelart Büffelweber die Erregung der Geschlechtsteile des Weibchens durch das Männchen mit Hilfe eines besonderen Pseudophallus (unechter Phallus) aus Bindegewebe, der nicht der Übertragung von Spermien dient.

Sexpraktiken im Tierreich
Giraffa camelopardalis angolensis (mating)“ von © Hans Hillewaert / . Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.



Sexpraktiken bei Menschen


Der Mensch hat mehrere Sexualpaktiken entwickelt, was erst damit zutun hatte, dass Fortpflanzung und das Ficken voneinander getrennt sind, also die sexuelle Erregung einen eigenen Zweck und Sinn bekommen hat und der Mensch ein nicht nur lustvolles, sondern geradewegs ein kreatives, spaßiges und tolles Sexleben führt.

Selbstbefriedigung - Autosexualität


Sexpraktiken, die nur eine Person tätigt, werden unter den Wörtern Autosexualität oder Selbstbefriedigung (Masturbation) komprimiert. Selbstbefriedigung im Ganzen kann auch unter Zuhilfenahme der unterschiedlichsten Gegenstände (Sexspielzeug) ausgeübt werden.
Sexualpraktiken zwischen zwei oder mehreren Leuten

Sexpraktiken zwischen zwei (anders- oder gleichgeschlechtlichen) Leuten umfassen die Stimulation der erogenen Stellen sowie des ganzen Körpers (Erregung der primären und sekundären Geschlechtsteile) sowie die unterschiedlichsten Arten vom poppen. Der Begriff Sex bezeichnet je nach Benutzung entweder Sexualpraktiken, bei denen ein oder mehrere primäre Geschlechtsteile mitwirken, Penetration durch den Schwanz (anal, oral) oder nur den Viginalsex. Mit Petting benennt man alle Arten körperlichen Kontaktes, die den Koitus nicht einbeziehen, aber bewusst darauf angelegt sind, sexuelle Stimulation herbei zurufen.

Dazu kommen Praktiken, welche nicht zwingend sexuell sein müssen, aber von denen alle beteiligten Parteien als sexuell erregend empfunden werden sollten, solche wie Verkleidungen, Rollenspiele, absichtliches Herauszögern oder Vorantreiben aller sexuellen Arten (z. B. beim Quickie), Outdoor-Sex, Dirty Talk und passive Erregungen (z. B. Stripclubs, Pornos usw.).

Alle Arten sogenannter sexueller Belästigungen, sexuellen Missbrauch und Vergewaltigungen sind demgegenüber zu trennen.

Sexpraktiken bei Menschen

Vaginal


-> Haupteintrag: Vaginalverkehr

Beim Vaginalverkehr wird der Schwanz des Kerles in die Vagina der Dame eingeführt. Er kann in verschiedenen Positionen (Missionarsstellung, a tergo oder auch Hündchenstellung genannt, reitend u. v. m.) getätigt werden.

Anal


-> Haupteintrag: Analsex

Das Wort Analverkehr benennt Geschlechtsverkehr, bei dem der Schwanz in den arsch des Sex-Partners, eingeführt wird. Mit zunehmender sexueller Stimulation ist eine erhöhte Entspannung der ringförmigen Muskulatur um den Arsch möglich. Der Arschfick ist sowohl zwischen Sie und Ihn als auch zwischen Ihn und ihn möglich und kann wie Vaginalverkehr in verschiedenen Sexstellungen getätigt werden.

Eine besondere Form des Analsex stellt das Pegging dar, dabei wird die aktive Person durch die Dame mit Hilfe eines Vibrators übernommen. Pegging kann sowohl in lesbischen als auch in heterosexuellen Partnerschaften ausgeübt werden.

Oral


-> Haupteintrag: Oralsex

Als Oralsex (auch „französischer“ Geschlechtsverkehr genannt) wird der Sex mit Zunge und Mund benannt. Die Zusammensetzung Mund/Schwanz wird Fellatio (auch „Blasen“ oder englisch „blowjob“) bezeichnet, die Zusammensetzung Mund/Muschi wird Cunnilingus genannt. Bei der Fellatio kann das beim Höhepunkt ejakulierte Sperma vom Liebhaber im Mund aufgenommen und sogar geschluckt werden. Eine zur selben Zeit gegenseitige orale Erregung wird umgangssprachlich Stellung 69 bezeichnet, wobei der Name die entgegengesetzte Körperstellung der Parteien ausdrückt. Rimming stellt eine besondere Form von Oralsex dar, bei welcher der Arsch des Partners stimuliert wird. Beim Teabagging wird der Hoden des Kerles oral stimuliert.

Manuelle Stimulation


Dabei werden die Geschlechtsorgane des Liebhabers oder der Liebhaberin mit der Hand oder den Händen erregt (Masturbation). Die Vorzugsweise für die jeweilige Art der Berührung sind individuell sehr verschieden.

Das Einführen der ganzen Hand in die Fotze wird auch Fisting genannt. Es wird sowohl homo-, hetero- als auch autosexuell ausgeübt.

Manuelle Stimulation



Gesellschaftliche Norm und Moral

Die Bewertung von Sexpraktiken ist abhängig von der Kultur. So wurde in der westlichen Welt lange Zeit allein der Vaginalverkehr, zum Teil nur in bestimmten Positionen, als „normal“ akzeptiert. Die meisten anderen Sexualpraktiken galten als Pervers, also Entartungen. Sie wurden für Tabu erklärt und sogar per Gesetz untersagt.

Jetzt gelten in Europa in weiten Teilen nur noch wenige gesetzliche Regelungen für Sexpraktiken, die nicht auf freiwilliger Basis passieren, weil sie den Grundsatz des sexuellen Selbstbestimmmens missachten. Eine staatliche Regelung spricht gegen dem rechtlichen Verständnis der Verfassung der Freiheit im Allgemeinen und in vielen europäischen Formen des Rechtes gilt es als nicht zulässig, Gesetze dazu zu machen.