Pornokino - Sexkino


Als Pornokino (auch Erotik- oder Sexkino) wird alltagssprachlich ein Kino betitelt, welches voll und ganz Filme mit pornografischen Inhalten zeigt. Zugang zu diesen Lichtspielhäusern ist nur ab 18 Jahre im Sinne des Jugendschutzgesetzes erlaubt. Mit der Entstehung von Videotheken in den 80er und den DVD's in den 90er sowie der Bereitstellung von Pornos im Web kam es in diesem Markt zu einem „Kinosterben“.

Während die klassischen Sexkinos sich diesem Wettstreit durch bessere Technik stellten, setzten die Besitzer der Sexkinos auf ein anderes Angebot. Das klassische Erotikkino der 60er und 70er jahre findet sich heute nur noch an manchen Stellen. Heutige Sexkinos finden sich häufig in Erotikshops oft auch ausserhalb der Rotlichtviertel. Das Konzept reicht von Videokabinen über einfache kleine Kinos bis zu Angeboten in Swingerclubs und Bordellen.

Pornokino - Sexkino - Erotikkino
Definition "Pornokino" im Duden



Geschichte der Pornokinos


Sex und Erotik spielten seit Beginn her eine Rolle in der Historie der Filme. Bereits Beginn des letzten Jahrhunderts zogen Cinematografen mit so bezeichneten „lebenden Bildern“ von einem Jahrmarkt zum nächsten. Sie zeigten meistens heimlich die seit 1896 fabrizierten sobezeicneten Stag Films, etwa fünf- bis zehnminütige Filme, die oft mehr Striptease als den das Ficken an sich zeigten. 1899 schuf der Schauspieler Otto Pritzkow († 1941) in Berlin das erste Pornokino, dass den Namen „Abnormitäten- und Biograph-Theater“ hatte. Besonders die Anzahl der Bürger und Arbeiter zog es damals in die neuen Kinos, da ihnen der Theaterbesuch verboten war.

In den USA betrug der Preis dieser Kinos einen Nickel (5 Cent), was ihnen das Wort „Nickelodeons“ brachte. Dort wurde in den 20er Jahren die filmische Abbildung vom POPPEN durch den sobezeichneten „Hays Code“ untersagt. Dies führte zu einer Verabschiedung der Pornos in den Untergrund. Bis in die fünfziger Jahren wurden in den PornoKinos nur erlaubte sogenannte „Nudies“ angeboten. Unter dem Deckmantel der Aufklärung konnten zunehmend Videos Nackter in der Art von Pseudodokumentationen meist ohne drohenden Strafen angeboten werden. Mit Aufkommen der sexuellen Revolution kam es zu einer Legalisierung der Pornos. So entstanden 1968 erstmals in Dänemark wieder Porno Kinos. In den Vereinigten Staaten wurde 1972 die Publikation von Pornos erlaubt. In den USA hatten Sexkinos vor allem durch Filme wie The Devil In Miss Jones, Deepthroat und Behind the Green Door ihre Hochkonjunktur.

In Germany wurden nach dem Inkrafttreten des neuen Sexualstrafrechts 1975 und zum Teil Legalisierung der Pornos unter dem Merkmal pam pam auch Sexkinos geschaffen. Großen Anteil daran hatte der Bauer-Verleih aus Dortmund mit seinen PAM-Lichtspielhäusern, aber auch der Sexfilmeproduzent Brummer,Alois aus München wirkte unter dem Merkmal tam tam an der sich neu etablierenden Industrie der Pornos mit. Gezeigt wurden Produktionen aus den USA, Dänemark und schließlich auch aus Germany. Die zuvor außerordentlich beliebten Erotikfilme aus Deutschland verschwanden so langsam wegen ausfallenen Nachfragen aus den Pornokinos. so hatte das Sexkino sehr großen Anteil am Untergang der sogenannten „Sexwelle“.

Geschichte der Pornokinos



Besteuerung der Sexkinos


Kinos werden im Allgemeinen als Kultureinrichtungen gesehen und haben so in Deutschland und anderen Ländern in Europa eine Ermäßigung bei der Mehrwertsteuer, indem die Betreiber nur einen ermäßigten Steuersatz zahlen müssen. Dieser beträgt zB. in Deutschland zur Zeit 7 Prozent, während der volle Satz 19 Prozent beträgt. Die Pornokino profitieren zum Teil von dieser Norm. Viele Gemeinden in Deutschland erheben jedoch, zum Teil bereits, eine separate Steuer auf „Vergnügungen besonderer Art“ und besteuern „Sexdarbietungen“, wie Peepshows, Sexkinos, Striptease, Sexmessen und Tabledance, zum Teil auch Bordelle. Solche „Sexsteuern“ wurden zB. im Jahr 2008 in dreizehn hessischen Gemeinden mit mehr als 20.000 Bewohnern erhoben.