Libido - Lust auf Sex - Sexlust


Der Wortlaut Libido (lat. libido: "Begierde, Begehren", im engeren Sinn: „Trieb, Wollust, Maßlosigkeit“) stammt aus der Psychoanalyse und benennt jene psychische Leistung, die mit den Trieben von Sex verknüpft ist. Als Synonym zu der Lust auf Sex und Begehren ist der einstige Terminus jetzt auch in den allgemeinen Sprachgebrauch angekommen.

Psychoanalyse


Im Sigmund Freuds Werk nimmt der Wortlauf der Libido eine zentrale Position ein, auch wenn er über das freudsche Werk hindurch nicht geschlossen benutzt wird. In seinem Werk von Früher stellte Freud die Sexlust den Trieben der Selbsterhaltung gegenüber und begriff die Lust auf Sex als eine Energie von Sex im engen Sinne, als Phänomen des „Drängens“ bzw. Sehnsucht, des Wunsches und der Sexlust. In seinem Spätwerk verstand er z. B. ab 1914 in seiner Aufgabe „Zur Narzißmus Einführung“ auch die generelle Triebe der Selbsterhaltung als essentiell libidinös veranlagt und stellte die Libido nun den Todestrieben entgegen. In seinen späten Lektüren, vor allem in Jenseits des Lustprinzips von 1920, benutzte er statt Libido auch synonym das Wort Eros, mit dem er die Energie benannte, die den Trieben des Lebens zugrunde liegt. In Massenpsychologie und Ich-Analyse definierte er, die Lust auf Sex sei „die Kraft solcher Triebe, welche mit all dem zu tun hat, was man als Liebe assoziieren kann.“

Libido - Lust auf Sex - Sexlust



Die Libido äußert sich für Freud allerdings nicht nur auf der Ebene der Sexlust, sondern auch in anderen Bereichen des Lebens, etwa der kulturellen Beschäftigung, die Freud als Sublimierung von libidinöser Kraft versteht. Auch keine "Lust auf Sex" war also für Freud letzten Endes von sexuellen Triebkräften geformt, was ihm – besonders von kirchlicher Seite – den Vorwurf des „Pansexualismus“ eingebracht hat.

Nach Freuds Triebtheorie durchgehen die Triebe in der Kindheit die folgenden unterschiedlichen charakteristische Phasen der Entwicklung: eine orale, anale, phallische (=ödipale), Latenz- und letztendlich eine genitale Phase. Störungen der Entwicklung der Libido führen nach Freud zu psychischen Erkrankungen. Diese Entwicklungsphasen nennen unterschiedliche Organbesetzungen der libidinösen Kraft. Mit dieser sich wandelnden Besetzung geht auch die Veränderung der psychischen Instanzen des Ichs, Es und Überichs einher.

Félix Guattari und Gilles Deleuze benutzten und definierten den Begriff Libido allerdings weiter als Sexlust, z. B. als freie Kraft, als Wunsch, als "Lust auf Sex", die alles einnimmt". Auch die Sexualität sahen sie mehr als Power denn als körperlich-genitales Benehmen.

Analytische Psychologie
Carl Gustav Jung begriff in seiner Forschung der Analytischen Psychologie unter der Libido allgemein jede psychische Kraft eines Menschen. Anders als Freud sah Jung diese Energie ähnlich wie das fernöstliche Modell des Chi oder Prana an, also als generelles Streben-nach-Etwas.

Abweichungen zwischen Mann und Frau


Viele unterschiedliche wissenschaftliche Nachforschungen haben ergeben, dass Männer einen stärkeren Trieb zur Sexlust haben als die Frauen , der aufgrund von Indikatoren wie spontane Gedanken übers Ficken, der Diversität und Häufigkeit von Sexfantasien, bevorzugter Häufigkeit vom poppen, bevorzugte Anzahl der Sexpartner, Selbstbefriedigung, Vorlieben für verschiedene Sexpraktiken, Bereitwilligkeit, auf Sex zu verzichten und fürs Ficken auf andere Sachen zu verzichten, Ablehnung und Initiieren von Sex und weiteren Eigenschaften gemessen wurde. Laut einem Review von 2001 gibt es keine widersprechenden wissenschaftlichen Befunde, wenn auch neuere Nachforschungen, etwa von David Buss, darauf weisen, dass diese Resultate der Sexualwissenschaft fehlerbehaftet und damals von gesellschaftlichen Normen beinflusst sein könnten.

Der Mann und seine Libido sind sehr stark von der Erzeugung des männlichen Sexualhormones Testosteron angewiesen. Bei Spiegeln des Testosteron unter 15nmol/l ist ein Ausfall der Libido wahrscheinlich; bei Spiegeln unter 10nmol/l nimmt die Eventualität für Schlafstörungen und Depressionen zu. Hitzewallungen und erektile Dysfunktion werden oft erst bei unter 8 nmol/l gesehen. Auch die weibliche Libido ist abhängig von Hormonen. Viele Damen berichten von andauernden Schwankungen der Libido im Rahmen des Menstruationszyklus.

Sexlust bei Mann und Frau



Libidinöse Dysfunktionen


Mangelnde Lust auf Sex wird als Frigidität betitelt. Bei der erektilen Dysfunktion bei Herren mangelt es meist nicht an der Sexlust, vielmehr an der Erektionsfähigkeit trotz anwesender Libido („Man will, kann aber nicht“).

Viele Erkrankungen, darunter auch psychosomatische und psychische Krankheiten, führen zu einem Mangel der Libido oder den Libidoverlust, z.B.:
  • Hämochromatose
  • Testosteronmangel des Mannes, Verweiblichung
  • Hypogonadismus, Eunuchismus
  • Leberzirrhose
  • Anorexie
  • Depression
Auch unterschiedliche Arzneimittel können für einen Verlust der Libido zuständig sein, zum Beispiel Finasterid oder Trenbolon.

Einige Erkrankungen führen zu einer übermäßig erhöhten Libido, z.B.:
  • manche Arzneimittel und viele Drogen, die die Libido in die eine oder andere Richtung wenden.
  • Syphilis im vierten Stadium, selten, aber in der Belletristik meist geschildert
  • leichte Hyperthyreose
  • Manie
Eine neurotisch gesteigerte Sexlust tituliert man auch als Sexsucht oder auch Nymphomanie.

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